VEREIN FÜR TIER- UND NATURFOTOGRAFIE ÖSTERREICH

Die österreichische Plattform für innovative Naturfotografie

Naturfotografie in der Bergwelt Liechtensteins

Ein Bericht von Martin Stolz

mst1710 5034

Bereits 2012 habe ich in unserem VTNÖ-Magazin erstmals über die Artenvielfalt des kleinen Nachbarlandes Liechtenstein berichtet und letztes Jahr im Juni bin ich an dieser Stelle näher auf das Naturschutzgebiet Ruggeller Riet, wo wir dieses Jahr unser erstes gemeinsames Event mit den Naturfotografen Schweiz abgehalten haben, eingegangen. Heute möchte ich die Bergwelt des Fürstentums herausgreifen und aus naturfotografischer Sicht etwas genauer beleuchten. Schließlich liegt rund die Hälfte des Staatsgebietes in höheren Lagen des Rätikongebirges. Trotz der überschaubaren Landesfläche von nur knapp 160 Quadratkilometer weisen insgesamt 32 Berge Höhen von 2.000 Meter und mehr auf. Die höchste Erhebung ist der Vordere Grauspitz mit 2.599 Meter.

mst1710 7239 mst1710 7514

Die wohl bekanntesten Gipfel des Landes sind die Drei Schwestern (2.052 Meter), über die der sog. Fürstensteig mit spektakulären Aussichten ins Rheintal führt. Die Begehung und auch die Aufstiege auf Falknis (2.560 Meter) und Vorderen Grauspitz setzen allerdings Kondition und Trittsicherheit voraus. Wer es etwas beschaulicher angehen lassen möchte, kann wunderschöne und relativ einfache Wanderungen zum Galinakopf (2.198 Meter) oder rund um das Bergdorf Malbun – höchste Siedlung Liechtensteins mit einer Seehöhe von 1.600 Meter – unternehmen. Trotz des in dem Hochtal betriebenen Tourismus kann man in der Umgebung neben schönen Ausblicken durchaus auch zu stimmungsvollen Tier- und Pflanzenaufnahmen kommen.

mst1710 7445 mst1710 5082

So gibt es an den Hängen rund um Malbun sehr viele Murmeltiere, die zwar bei Annäherung zunächst schnell und laut pfeifend in ihre Bauten flüchten. Wenn man sich dann aber ruhig verhält, kommen sie meist nach einer halben Stunde wieder zum Vorschein, um die Lage zu sondieren. Ich habe dort schon sehr viele Stunden auf den Alpweiden vor den Bauten gelegen und das lustige Treiben der geselligen Nager beobachtet und abgelichtet. Je nach Witterung ist die beste Zeit Mitte bis Ende Juli, wenn die Jungtiere die nähere Umgebung ihrer Bauten erkunden und fleißig mit Artgenossen das „Raufen“ üben. Meine zweite Lieblingstierart in Liechtenstein sind die Gämsen, die in der gesamten Bergwelt häufig anzutreffen sind. Klar, es nutzt natürlich sehr, wenn man ihre Einstände und Wechsel kennt, um zu brauchbaren Bildergebnissen zu gelangen. Schneehühner gibt es beispielsweise auf dem Naafkopf (2.570 Meter) recht viele, mit meiner bisherigen Bildausbeute bin ich aber noch nicht zufrieden. Vereinzelt kann man hier auch Steinböcke antreffen, was mir bisher aber leider noch nie gelungen ist. An der Waldgrenze kann man im Herbst gut Birkhühner bei der sog. Nachbalz und vor allem kapitale Hirsche bei der Brunft hören. Doch auch diesbezüglich sind mir bisher leider noch keine Aufnahmen geglückt.

mst1710 5078 mst1710 7117

Makrofotografen kommen in den Bergen Liechtensteins voll auf Ihre Kosten, wobei ich die Vielzahl an Insekten und Spinnentieren gar nicht im Detail aufzuzählen vermag. Doch es gibt auch etliche fotogene Leckerbissen aus der Pflanzenwelt. Neben der Blüte des Almrausches sind diverse Orchideen und auch noch große Bestände an Türkenbund- und Feuerlilien an den Berghängen zu finden. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung für die Fotografie der Alpenflora ist der Fürstin Gina Weg, der vom Sareiser Joch über den Augstenberg (2.359 Meter) zur Pfälzer Hütte (2.100 Meter) führt. Die Pfälzer Hütte ist die zweite und höchstgelegene Hütte des Liechtensteiner Alpenvereins, wo man nicht nur zünftig einkehren, sondern auch wunderschöne Sonnenauf- und –untergänge erleben kann. Im Spätsommer übersäht der hochgiftige blaue Eisenhut die Alpweiden, bevor so langsam der Hebst einzieht. Das Farbfinale im Jahr bildet dann die wunderschöne Gelbfärbung der Lärchen des Bergwaldes, die die Landschaft nochmals kräftig erstrahlen lässt.

mst1710 4887 mst1710 6961 mst1710 6997

Trotz seiner kleinen Landesfläche bin ich immer wieder beeindruckt, was ich bei meinen Fototouren im „Ländle“ alles entdecken und ablichten kann und ich freue mich schon wieder auf den nächsten Ausflug in die Region.

mst1710 5198

Share
Aktuelle Seite: Home Blog von VTNÖ-Mitgliedern Naturfotografie in der Bergwelt Liechtensteins