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Naturfotografie im Nebel

Ein Bericht von Martin Stolz

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In der aktuellen Ausgabe unseres VTNÖ-Magazins habe ich über „Naturfotografie im Nebel“ berichtet. Anfänglich konnte ich mit diesem vermeintlich schlechten Wetter wenig anfangen – nicht nur in fotografischer Hinsicht. Im Laufe der letzten Jahre und der intensiven Beschäftigung mit der Naturfotografie habe ich aber gelernt, dass gerade diese grauen und tristen Tage zu ganz besonderen Bildergebnissen führen können.

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Man muss schon ein Freund von eher monochromen Fotos sein und natürlich auch ein paar zusätzliche Herausforderungen bei der Realisierung der Aufnahmen meistern. Nicht nur, dass man in Gegensatz zu sonstigen Aufnahmebedingungen einige Einstellungen an der Kamera anpassen muss. Davor stellt sich erst einmal das Problem, seine Wunschprotagonisten – sofern man sich nicht nur auf Landschaftsaufnahmen beschränken will – im dichten Nebel aufzuspüren und sie dann auch noch erfolgreich auf den Chip zu bannen.

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So verzichte ich beispielsweise bei der Nebelfotografie gänzlich auf den sonst so geschätzten leistungsfähigen Autofokus von Kamera und Objektiv. In vielen Situationen würde dieser ohnehin nur „hin- und her pumpen“, ohne das häufig nur schemenhaft wahrzunehmende Tier zu erfassen. Da ist man manuell schneller und jeder Zeitgewinn zählt, weil das Motiv im wabernden Nebel schnell wieder regelrecht von der Bildfläche verschwunden sein kann. Folglich ist die Ausbeute an brauchbaren Bildern deutlich niedriger als bei anderen Fototouren. Über die wenigen gelungenen Aufnahmen freue ich mich aber immer ganz besonders.

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Doch Nebel muss keinesfalls immer nur fahles Grau bedeuten. Er kann auch richtige knallige Farben zaubern oder ganz besondere zarte Lichtsituationen hervorrufen. So sind mir beispielsweise dieses Frühjahr einige Bilder von Damwild gelungen, wo die Tiere im Nebel durch die aufgehende Morgensonne in ein wunderbares orangerotes Licht getaucht wurden.

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Ich habe mittlerweile so großen Gefallen an diesem Thema gefunden, dass ich ganz bewusst die Wetteraussichten auf Nebelwahrscheinlichkeit prüfe und meine Touren danach plane. Im Herbst und im Winter sind die Aussichten diesbezüglich natürlich besser, als im Sommer. Somit ist die Nebelfotografie eine willkommene Ergänzung zur fotografischen Jahresplanung und man kann damit ganz gut einen Winter ohne Schnee in den Mittellagen überbrücken. Die im Sommer eher seltenen nebeligen Tage gilt es natürlich spontan zu nutzen, um eher ungewohnte Bilder, wie beispielsweise ein Mohnfeld im Nebel, komponieren zu können. Um mein „Nebelportfolio“ insgesamt weiter zu bereichern, versuche ich inzwischen möglichst viele verschiedene Tiere im Nebel abzulichten und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten nebeligen Tage. Mal sehen, was sich dann wieder daraus machen lässt?

Mehr Bilder zu diesem Thema finden sie im VTNÖ-Magazin 2017.

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